Bedeutung der Sportpsychologie

Die optimale Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt abrufen zu können, das ist entscheidend im Sport und ist oftmals ausschlaggebend für den Erfolg. Dies ist das übergreifende Ziel einer Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen oder einer Sportpsychologin. Der Mensch ist ein ganzheitliches System und dazu gehört der Kopf, wie der Körper. Nur wenn beides miteinander harmoniert und aufeinander abgestimmt ist, kommt es zu einem bestmöglichen Ergebnis. Das ist im Sport nicht anders als im beruflichen oder privaten Leben. Die gedanklichen Prozesse (das was im Kopf abläuft) und ausgeführte Bewegungen (das was man tut) sind die zwei Abläufe, die entweder sich gegenseitig unterstützend oder sich gegenseitig behindernd auf den Sportler oder die Sportlerin einwirken. Ein optimaler Bewegungsablauf und -Ausführung wird also maßgeblich geprägt von den Prozessen, die im Kopf ablaufen und auch diese muss man regelmäßig und intensiv trainieren, wenn sie den gewünschten Erfolg bringen sollen.
(Eberspächer, 2004)

Bei einer sportpsychologischen Betreuung geht es um einen längerfristig angelegten Erwerb mentaler Fertigkeiten (wie beim Technik- oder Konditionstraining auch), während sogenannte „quick fixes“ bzw. Feuerwehrfunktionen zwar kurzfristigen Erfolg bringen können, aber auf Dauer keinem Athleten oder Athletin zu gute kommen, da die eigentlichen Fertigkeiten nicht erlernt und trainiert worden sind. Natürlich kann sportpsychologisches Training alleine genauso wenig Garant für sportlichen Erfolg sein, wie ein rein körperliches Training. Dennoch belegen zum Beispiel Untersuchungen zum Vorstellungstraining, dass neuronale Programmierungseffekte von Bewegungen erzielt werden, da eine komplexe Bewegung in der Vorstellung perfekt realisiert werden kann. Damit kann auch eine perfekte neuronale Programmierung stattfinden, als wenn eine stets mit Fehlern behaftete reale Bewegungsausführung dafür verwendet wird.
(Beckmann & Elbe, 2008)

SPORTPSYCHOLOGIE im NACHWUCHSSPORT
Nachwuchssportler und -Sportlerinnen (z. B. in Eliteschulen des Sports) sind mehr denn je einem großen physischen und psychischen Druck ausgesetzt und sehen sich oftmals auch mit privaten Problemen konfrontiert. In diesem Umfeld ist es besonders wichtig gewisse mentale Fertigkeiten und persönliche Bewältigungsstrategien zu entwickeln, die es dem Sportler oder der Sportlerin ermöglichen sich sowohl in seiner Alltagsbewältigung als auch in seinen sportlichen Herausforderungen kompetent zu sehen. Als Hochleistungssportler oder -Sportlerin wird von einem täglich sehr viel abverlangt, denn überall soll man gute Leistungen erbringen und als Vorbild für seine Umgebung fungieren. Der Sportler oder die Sportlerin fühlt sich dadurch eventuell überfordert und auf sich selbst gestellt (insbesondere bei Sportlern in Internaten). Die Vermittlung eines Basiswissens an sportpsychologischen Grundlagen und/oder individuelle Betreuung durch einen Sportpsychologen oder eine Sportpsychologin könnte dabei Unterstützung bieten, dass der Sportler oder die Sportlerin erstens eine Vertrauens- und Bezugsperson in Anspruch nehmen kann sowie entsprechende Strategien an die Hand bekommt, die ihm oder ihr in der Bewältigung seiner oder ihrer Probleme helfen. Mit wenigen mentalen Fertigkeiten und dem Erlernen von Bewältigungsstrategien können sich bereits Erfolge einstellen. Dabei geht es nicht zwangsläufig um den Erfolg eines 1. Platzes, sondern auch um den Erfolg des Erreichen der selbstgesetzten Ziele, aus schwierigen Situationen gestärkt hervorzukommen und/oder vor allem um das Wohlbefinden des Sportlers oder der Sportlerin.


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