Mentales Training

Mentale Trainingsformen helfen uns kognitive Fertigkeiten zu erlernen, zu verbessern und zu verändern. Es sind also nicht nur die motorischen Fertigkeiten, die ein Sportler oder die Sportlerin benötigt, sondern auch die Fertigkeiten, die sich auf die Wahrnehmung und das Denken, Vorstellen, Erinnern von Informationen beziehen. Die meisten Fertigkeiten werden im Laufe der Entwicklung eines Menschen erlernt und durch ständiges Trainieren automatisiert. Hat man jedoch ein Handlungsmuster lange nicht geübt (z. B. Nähen) wird es auf einmal schwierig diese Bewegung optimal und effektiv auszuführen – man muss erstmal wieder hineinfinden. Aber auch bei routiniert und beherrschten Handlungen kann es zu Störungen kommen, wenn man plötzlich darüber nachdenkt, was wäre wenn die Bewegung jetzt nicht funktioniert und man sich vor einem großen Publikum blamiert oder wenn man auf einmal einen Automatik Wagen fährt und anfängt die Kupplung zu bedienen. Es gibt sicher unzählige Beispiele dafür, wie auch eine sonst automatisierte Bewegungsausführung gestört werden kann. Das automatische Abrufen von Fertigkeiten kann also durch innere Gedankenprozesse, Veränderungen materieller Gegebenheiten, als auch durch Änderungen von Anforderungen behindert werden. Dabei kann die Konsequenz in der Realisierung der Bewegungsausführung z. B. zu einem Sturz führen, welcher unter Umständen ein gewisses Verletzungsrisiko birgt. Deswegen ist es wichtig, dass die kognitiven Prozesse und Zustände entwickelt, regelmäßig trainiert, verbessert und optimiert werden, damit sie unterstützend auf den äußeren, motorischen Ablauf wirken können und um jederzeit situationsangemessen abrufbar zu sein.
(Eberspächer, 2004)
„Das Ziel des Mentalen Trainings besteht darin, sich in einen physischen Zustand zu versetzen, der es ermöglicht, unter allen denkbaren Bedingungen die eigenen realistischen Leistungsmöglichkeiten zu entfalten“ (Eberspächer, 2004, S. 71).
Mentales Training eignet sich u.a.
– beim Neuerwerb oder Umlernen einer sportlichen Handlung
– beim Wiedereinstieg in den Wettkampfalltag nach einer Verletzung
– als Ergänzung zu einem umfangreichen oder stark belastendem Training
– als Hilfe zum Angstabbau (z. B. nach Unfällen / Beinahe-Unfällen)
– zur Überbrückung in trainingsfreien Phasen
(Eberspächer, 2004)

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